Ursprung des Westernreitens

Faszination Westernreiten – Entwicklung und Geschichte Das Westernreiten hat seinen Ursprung in Amerika. Historisch gesehen war der Import des Pferdes ein Meilenstein für die gesamte Entwicklung und Besiedlung Amerikas. Nur mit dem Pferd war es zu diesem Zeitpunkt möglich, die endlosen Entfernungen des amerikanischen Kontinents zu überwinden. Mit den Pferden wurde auch der spanische Reitstil gepflegt. Dieser ist die Grundlage für das heutige Westernreiten. Die Spanier pflegten auch die alte Reitkultur. Aus den spanischen Sätteln und Gebissen entwickelten sich die kalifornischen Gebisse und Westernsättel. Man unterschied zwischen dem texanischen und dem kalifornischen Western-Reitstil. Der texanische Reitstil gilt als der typische Cowboy-Reitstil. Der kalifornische Reitstil war eher der „edlere Western-Reitstil“, die Pferde wurden nach der Ausbildung meist mit Bosal (Hackamore) geritten. Die Reitweise der Vaqueros, erforderte ein Pferd, das auf seinen Reiter vollkommen eingespielt war. Die Ausbildung der Pferde begann mit dem vierten oder fünften Lebensjahr und dauerte in der Regel drei Jahre. Die Vorfahren der Vaqueros hatten in Spanien Stierkampf- und Kriegspferde ausgebildet, zu deren Bewegungsabläufen Pirouetten, Levaden und Kapriolen gehörten. Von dieser Reittechnik wurden alle Bewegungsmanöver in brauchbarer Form abgeleitet und übernommen, die der Vaquero für die Herdenarbeit verwenden konnte. Die alten spanischen Ausbildungsgrundlagen und Prinzipien bildeten demnach die Basis der Westernreitfiguren. Rasante Wendungen, harte schnelle Stops, Drehungen auf der Hinterhand und fliegende Wechsel. Das alles setzt ein Pferd voraus, das auf der Hinterhand arbeitet und überwiegend mit Gewichtshilfen dirigiert wird. „The loose rein“, der lose Zügel, vermittelt dem Pferd das Signal „Alles in Ordnung“. Erst die Zügelanlehnung an einer beliebigen Halsseite veranlasst das Pferd, eben diesem Zügel zu weichen. Dasselbe gilt für die Schenkel des Reiters. Die einhändige Zügelführung (Neck Reining) setzt ein völlig durchlässiges Pferd voraus, das sich und seinen Reiter in Selbsthaltung auf der Hinterhand trägt. Während in Kalifornien die Traditionen der Hirtenreitweise fast uneingeschränkt und ohne Einfluss von aussen bis ins 20. Jahrhundert gepflegt wurden, ergab sich in den Gebieten der Viehtrails im Gebiet des heutigen Texas und der umliegenden Regionen im Südwesten der Vereinigten Staaten eine Vermischung von spanisch-mexikanischer Reitweise mit speziell englischen Einflüssen. Diese prägten den Texas-Style, der weniger elegant, aufwendig und prächtig, dafür jedoch zweckbezogener und für die Arbeit mit und am Rind speziell ausgearbeitet ist. In der Zeit der großen Viehtriebe wurden nahezu vier Millionen Rinder zu den Verladebahnhöfen getrieben. Die für den Trail notwendigen Pferde wurden oft eingefangen und innerhalb von drei bis vier Wochen reitbar gemacht. Ein Cow-Pony galt bereits als zugeritten, sobald es einen Menschen auf seinen Rücken duldete und lenkbar war. Diese Broncos waren noch immer halb wild und wurden erst mit der Zeit zu brauchbaren Reitpferden. Am Ende des Trails wurden oft Pferde wie Rinder verkauft. Pferd und Reiter waren bei jeder Arbeitsreiterei aufeinander angewiesen, was ein Gefühl der gegenseitigen Partnerschaft aufkommen ließ, welches ein hohes Maß an Respekt und Fairness gegenüber dem Partner Pferd hervorrief. Der Ursprung der Westernreiterei und der Western Horsemanship ist hier zu finden. Bei der Arbeit der Cowboys war und ist ein gehorsames Pferd unerlässlich. Ein Pferd, das leichten Hilfen gehorcht, einhändig geritten werden kann und selbständig bei der Rinderarbeit handeln und mitdenken kann, also „Cow-Sense“ besitzt. Diese Arbeit ist häufig im unwegsamen Gelände notwendig, und das Pferd muss darum trittsicher, nervenstark und gut ausbalanciert sein. Diese Eigenschaften bei einem Pferd machen es gleichermassen geeignet für die Freizeit wie für den Westernreitsport. Umgänglichkeit und Verlässlichkeit sind Schlüsselqualifikationen eines Westernpferdes. Mit der Zeit änderten sich die Voraussetzungen. Unter Beimischung von englischem Vollblut entstand die Rasse des „American Quarter Horse“. Das Quarter Horse verdankt seinen Namen der ”Viertelmeile – quarter of a mile”. In früheren Zeiten wurden diese Kurzstreckenrennen abgehalten und das Quarter Horse ist das schnellste Pferd über diese Distanz. Die Arbeitstechniken änderten sich ebenso wie die Reitweise. Für spezielle Aufgaben verwendete man besonders talentierte Pferde, deren besondere Veranlagung in einer über 50-jährigen Zucht gefördert wurde. Das American Quarter Horse ist heute weltweit verbreitet und auch die zahlenmäßig grösste Pferderasse der Welt. Es gilt als das vielseitigste Pferd der Welt, wobei durch die Sportreiterei hoch spezialisierte Pferdetypen gezüchtet werden. Der organisierte Westernreitsport ist in der heute bekannten Form erst 1940, mit der Gründung der „American Quarter Horse Association“ AQHA entstanden. Es wurden erstmals genaue Zuchtziele für Veranlagung und Gebäude der Quarter Horses festgeschrieben, sowie ein genau festgelegtes Turnierreglement erstellt. Mittlerweile ist die AQHA der größte Pferdezuchtverband der Welt. Aufgrund der Tatsache, dass es sich beim Quarter Horse unter anderem auch um eine Farbzucht handelt, wurde ein anderer Vereine für „farbige“ Quarter Horses, der sogenannten Paint Horses gegründet. Der dritte Vertreter der offiziell anerkannten Westernpferderassen ist der Appaloosa; hervorgegangen aus den legendären Indianerponys der Nez Perce