Westernreiten

Das einst so belächelte und teilweise völlig abgelehnte Westernreiten erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Reining ist mittlerweile als einzige Westernreit-Disziplin offiziell von der FEI, der internationalen Dachorganisation des Pferdesports, anerkannt und Bestandteil der Weltreiterspiele. Mittlerweile sind sogar Bestrebungen im Gange die Reining nach Olympia zu bringen. Doch noch immer kursieren auf Grund fehlender oder unrichtiger Information einige falsche Ansichten über diese Reitweise und über die dazugehörigen Ausbildung des Pferdes. So manch einer, der mit der klassischen Reitweise nicht zurechtkam, glaubte als Westernreiter sei alles leichter und einfacher und auch die Ausbildung der Pferde währe simpel. Dies ist ein gewaltiger Irrtum. Es mag sein, dass ein Reitanfänger es auf einem gut ausgebildeten Westernpferd am Anfang etwas leichter hat, das freizeitmäßige Reiten zu erlernen. Aber ein unkontrolliertes Zerren an den Zügeln, falsche Hilfengebung oder unsachgemäßer Einsatz der Sporen schadet jedem Pferd, egal, in welcher Reitweise es ausgebildet wurde. Die gute Ausbildung eines Pferdes, unabhängig von der Reitweise, kann in den Grundlagen nicht so unterschiedlich sein. In allen guten Ausbildungen eines Pferdes gibt es Grundprinzipien, die beachtet werden müssen. Da wäre u.a. die Losgelassenheit und das Gleichgewicht des Pferdes unter dem Reiter, welche die Grundausbildung und alle weiteren Ausbildungsstufen durchziehen. Das Western ausgebildete Pferd ist vorrangig ein Arbeitspferd, welches durch die Ausbildung zu einem selbständigen Mitarbeiter des Reiters erzogen wird. Es soll mit einfachen und einem Minimum an Hilfen seitens des Reiters auskommen und trotzdem im Bedarfsfall der absoluten Kontrolle des Reiters unterliegen. Aus diesen Anforderungen ergibt sich das Reiten am losen Zügel und dem losgelassenen Gleichgewichtssitz des Reiters. Hilfengebung durch das Kreuz und den Schenkel wird nur im Bedarfsfall einsetzt. Ein Pferd so auszubilden ist ein langer Prozess; nur langsam kann ein Pferd an diese minimierte Hilfengebung geführt werden. Nur nach einer guten und intensiven Ausbildung des Pferdes mit der beidhändigen Zügelführung kann es nach und nach auf die einhändige, lose Zügelführung umgestellt werden.